![]() |
|
||||||||
Bericht zur gemeinsamen Fortbildung mit den Hippotherapeuten am 10.10.09 zum Thema : Lagerungstechniken in der Therapie auf dem Pferd
Es trafen sich vierzehn Teilnehmerinnen am Nachmittag des 10.10.09 auf dem Eulenhof von Cornelia Zwolinskis C. + K. Zwolinski Stiftung in Olching-Grasslfing.
Christiane Keller-Klein leitete als Hippotherapeutin die Fortbildung, an der sowohl Pädagoginnen als auch Hippotherapeutinnen teilnahmen. Zuerst wurde die Beweglichkeit der einzelnen Abschnitte der Wirbelsäule in Theorie und Praxis erklärt und im Selbstversuch erfahren und speziell darauf hingewiesen, dass eine Bewegung immer im Zusammenspiel verschiedenster Einzelbewegungen stattfindet, die einzeln kaum abrufbar sind, da der Körper durch Gegenbewegungen jede Verschiebung des Schwerpunktes beim gesunden Menschen ausgleicht.
Besonderes Augenmerk sollte bei der Behandlung/Lagerung von Menschen mit Einschränkungen in der Beweglichkeit der Wirbelsäule darauf gelegt werden, dass über und unter den eingeschränkten Wirbeln stets eine Hypermobilität (Überbeweglichkeit) der angrenzenden Wirbel vorliegt, um die Beweglichkeit bestmöglich trotzdem herzustellen.
Ebenso ist stets auf eine symmetrische Lagerung sowohl im Sitzen als auch im Liegen auf dem Pferd zu achten. Die Hippotherapeuten behandeln nur kurz im Übergang in einer liegenden Position sowohl in der Rücken- als auch in der Bauchlage, da eine optimale günstige Beeinflussung des Patienten im Liegen kaum möglich ist, da die Symmetrie der Ausrichtung auf der beweglichen Unterlage Pferd und die Hemmung unerwünschter Haltungen dabei kaum beim im Schritt gehenden Pferd bei Einhaltung der unbedingt notwendigen grösstmöglichen Sicherheit möglich ist.
Deshalb ist eine Aufrichtung in den Sitz schnellstmöglich aus krankengymnastischer Sicht erwünscht. Hierzu zeigte uns Christiane eine Vielzahl von Hilfsmitteln für die Patienten, die anschliessend im Selbstversuch auf verschiedenen Pferden ausprobiert werden konnten. Besonders toll war ein spezielles Therapiepad, dass grossflächig mit dem Gegenstück eines Klettverschlusses versehen war, sodass an beliebiger Stelle verschieden geformte Keile zur Unterstützung z.B. des Gesässes oder des Oberschenkels ganz einfach mithilfe des Kletts angebracht werden können. So kann der Patient die richtige Sitzposition selbst erfahren und das Körpergefühl dazu verinnerlichen, auch wenn er aktiv diese Haltung noch nicht einnehmen kann. Sehr praktisch war auch ein recht grosser Schaumstoffblock, der auf den Therapiegurt aufgesteckt werden kann und durch das Aufstützen mit den gesamten Unterarmen eine stabile, sichere Unterstützung des Reiters sein kann, der sich nicht am Griff des Gurtes festhalten kann. Alle Hilfsmittel sollen jedoch nur vorübergehend eingesetzt und allmählich abgebaut werden, da der freie Sitz das Ziel ist.
Der mitgebrachte Therapiegurt überzeugte durch Gelenke an der Befestigung des grossen Haltebügels in der Mitte, da er durch die Beweglichkeit sich jedem Pferderücken optimal anpasset und durch seine Flachheit dem Klienten schmerz- und druckfrei ermöglicht, die Beine über den Gurt rutschen zu lassen, wenn die Beinspreizung nicht ausreichend möglich ist. Verschiedene Spezialsättel und Gelpads sowohl zur Entlastung des Pferdes als zur Verhinderung von Druckstellen beim Reiter wurden auch noch vorgestellt.
Es war ein sehr interessanter Nachmittag im Kreis der Kollegen aus beiden Fachrichtungen der wieder gezeigt hat, wie bereichernd die Zusammenarbeit für alle sein kann. Nochmal vielen Dank an Christiane!
Birgit Brendel